Max Schiffmann

Geburtsdatum: unbekannt

Religionsbekenntnis: Mosaisch

Beruf:
unbekannt

Vereine als Funktionär:
FC Hakoah, Ehrenpräsident
1934
FC Hakoah, Präsident
1932, 1933
SC Hakoah, Vizepräsident /Präsident-Stellvertreter
1929 4. Vizepräsident, 1931, 1932 Vizepräsident

Biografie:

Max Schiffmann, 6. Oktober 1885, Kaufmann, † unbekannt, Kaufmann, Sportfunktionär

2., Taborstraße 44
 
Max Schiffmann betrieb mit seinem Bruder Ernst das Kaufhaus "Brüder Schiffmann" in der Leopoldstädter Taborstraße. Im Wien der 1920er-und 1930er-Jahre war Schiffmann eine zumindest halböffentliche Figur. Vor allem in der der zionistischen Presse war der Name Schiffmann sehr präsent. Dazu trugen zum einen die regelmäßigen Inserate des Kaufhauses bei, zum anderen sein Engagement in der IKG Wien (Israelitische Kultusgemeinde), deren Kultusvorstand er als Vertreter der Zionistischen Liste angehörte. Darüber hinaus war er Vorstandsmitglied des SC [[Hakoah]]. Nach der Ausgliederung des Fußballklub Hakoah im Jahr 1928 wurde er zum Präsidenten gewählt. Zur Unterstützung des kostspieligen Betriebs initiierte er die Gründung eines Klubs der Hakoah-Freunde mit prominenten Mitgliedern wie dem Komponisten Richard Fall, dem Dramaturgen und Presse-Redakteur Ludwig Hirschfeld, dem Juristen Siegfried Kantor, dem Chirurgen Felix Mandl sowie Emmerich Kalman und Felix Salten.

Schiffmann blieb zehn Jahre Präsident des FC Hakoah. Wenige Tage nach dem "Anschluss" wurde der Verein zwangsweise aufgelöst. Schiffmann wurde am 2. April 1938 verhaftet und in das wurde im KZ Dachau gebracht. Am 22. September des gleichen Jahres kam Max Schiffmann nach Buchenwald. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
 
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv, 1.3.2.119.A32 – Gelöschte Vereine 6381/28 Fußballklub Hakoah
Bundespolizeidirektion Wien, Büro für Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten, Vereinsakt SC Hakoah
ÖStA/AdR E-uReang VVSt VA Buchstabe H, 4832
Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger 1937. Band 1, S. 1128
Die Neue Welt, 24. 5. 1929, S. 11
Die Stimme. Jüdische Zeitung, 2. 8. 1928, S. 10

Literatur
Bernhard Hachleitner/Matthias Marschik/Spitaler Georg [Hg.]: Sportfunktionäre und jüdische Differenz. Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938. Berlin: de Gruyter 2018
Susanne Helene Betz: Von der Platzeröffnung bis zum Platzverlust. Die Geschichte der Hakoah Wien und ihrer Sportanlag in der Krieau 1919–1945. In: Susanne Helene Betz/Monika Löscher/Pia Schölnberger (Hg): "... mehr als ein Sportverein". 100 Jahre Hakoah Wien 1909-2009. Innsbruck/Wien/Bozen 2009: StudienVerlag, S. 163
 
Michael John: Ein kultureller Code? Antisemitismus im österreichischen Sport der Ersten Republik. In: Emanzipation durch Muskelkraft: Juden und Sport in Europa. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 138–139
 
Weblink
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands: Max Schiffmann, https://www.doew.at/erinnern/fotos-und-dokumente/1938-1945/der-erste-dachau-transport-aus-wien-1-april-1938/schiffmann-max

Im Rahmen einer Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus ist dieser Text auch auf Wien Geschichte wiki erschienen. Anker