Dr. Rudolf Schalek

Geburtsdatum: Montag, 22 Februar, 1869

Religionsbekenntnis: Katholisch

Nationalsozialismus:
Beruf:
Rechtsanwalt

Vereine als Funktionär:
WEV, Vizepräsident /Präsident-Stellvertreter
1918

Biografie:

Rudolf Schalek, * 22. Februar 1869 Prag (Böhmen, heute Tschechische Republik), † 12. März 1942 Wien, Rechtsanwalt, Sportfunktionär

9., Wasagasse 4
 
Der in Karolinental – heute ein Stadtteil, damals ein Vorort von Prag – geborene Rudolf Schalek studierte Rechtswissenschaften. 1899 wurde er in die "Advocatenliste" eingetragen, die Voraussetzung für eine Tätigkeit als Rechtsanwalt.

Schalek war in Wien als "Hof- und Gerichtsadvokat" tätig, unter anderem als ständiger Anwalt des "Creditorenvereins zum Schutze der Forderungen bei Insolvenzen", des heutigen "Kreditschutzverband von 1870". Als seine Schwester [[Alice Schalek]] im Jahr 1905 dem Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (VSKW) beitrat, übernahm Rudolf die Rechtsgeschäfte des Vereins, 1912 wurde er auch Revisor.

Daneben war Schalek dem Wintersport zugetan: 1907 wurde er in den Vorstand des Alpen-Skivereins gewählt, fungierte bei diesem Klub auch als Hüttenwart des Vereinshauses auf der Klosteralpe, als Rechnungsprüfer, als stellvertretender Redakteur der Vereinszeitung und Lehrwart.

Auch beim Wiener Eislauf-Verein (WEV) gehörte Schalek bereits vor dem ersten Weltkrieg dem Vorstand an. Im April 1919 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt, 1927 trat Schalek von dieser Funktion zurück, ein Jahr später wurde zum Ehrenmitglied des WEV ernannt.
Schalek war bereits 1892 zum Katholizismus konvertiert und mit einer Nichtjüdin verheiratet. Vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung bot das keinen Schutz. Nach dem "Anschluss" konnte er nicht mehr als Anwalt arbeiten, sein Vermögen wurden ihm geraubt. Am 12. März 1942 starb Rudolf Schalek in Wien.
 
Quellen
OeStA, AdR E-uReang VVSt VA Buchstabe S 17583, Vermögensanmeldung Dr. Rudolf Schalek
WStLA, BPD Wien, Historische Meldeunterlagen, K3: Meldezettel
Allgemeine Sport-Zeitung, 10. 5. 1919, S. 431; 17.5. 1908, S. 559
Der Schnee, 16. 10. 1907, S. 3; 28. 12. 1907, S. 6; 13.3.1909, S. 18; 24. 10. 1914, S.3; 30. 12. 1914, S. 2
Juristische Blätter, 19. 11. 1899, S. 564
 
Literatur
Marianne Baumgartner: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (1885-1938). Wien / Köln /Weimar: Böhlau 2015, S. 343
Hans-Georg Kantner: Alles Gute: Die Insolvenzgesetze aus 1914 feiern 100. Geburtstag. In focus.ksv 1/2015, S. 1–4, hier 1 (Beilage von forum.ksv. Das Medium für internationalen Kreditschutz. 1/2015)


Im Rahmen einer Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus ist dieser Text auch auf Wien Geschichte wiki erschienen.